Wie funktioniert eine Triggerpunkt Behandlung? Warum ist diese so effektiv?


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Die Triggerpunktbehandlung ist voller Phänomenen und steht zwischen der Ursachenbehandlung und der Symptombehandlung, leider lassen sie sich noch nicht eindeutig wissenschaftlich beweisen.

Zunächst einmal möchte ich beschreiben, was das Wort „Triggerpoint“ oder dessen Abkürzung mTrP (myofascial Triggerpoint) überhaupt bedeutet. Das englische Verb „to trigger“ bedeutet „auslösen“, „point“ heißt übersetzt „Punkt“.

Ein Triggerpoint ist also ein auslösender Punkt, soviel ist schon mal klar. Ausgelöst wird meist ein Schmerz (referred pain). Soweit inzwischen bekannt, haben wir Menschen altersunabhängig 251 Triggerpoints verteilt in der gesamten Körpermuskulatur. Über 80% aller Schmerzsymptome im Bewegungsapparat lassen sich auf Triggerpunkte zurückführen.

Ebenso geht man davon aus, dass ein Triggerpunkt ein Kontraktionsknoten in der Muskulatur ist, d.h. diese Punkte lassen die Muskulatur anspannen und somit den Muskeltonus steigern. Es dürfe eindeutig sein, dass dies zu körperlichen Disbalancen und dadurch eventuell zu fortfolgenden Schäden kommen kann. Die Dekontraktion ist zu dieser Zeit ohne äußere Einwirkungen also nicht möglich. Dabei wird die ATP-Bildung (Adenosintriphosphat) verhindert, was zu einer lokalen Energiekrise führt („Rigorkomplex“). Umgekehrt werden sie auch bei einseitiger Muskelkontraktion aktiv. Hier wären wir nun schon bei den Faktoren der Auslösung eines Triggerpunktes. Ein einseitiges Bewegungsmuster im Alltag, Fehlhaltungen, extreme Bewegungen, Überreizung der Muskulatur, oft auch exzentrische Bewegungen, Verletzungen (v.a. durch Schutzhaltung bei Stürzen) und vieles mehr führen zur Aktivierung der Triggerpunkte. Bei diesen auslösenden Punkten differenziert man zwischen aktiven Triggerpunkten, latenten Triggerpunkten und Satelliten Triggerpunkten, die wiederum latent oder aktiv sein können.

Benötigt ein Punkt für die Auslösung des Symptoms nur einen geringen Energieeinfluss, so ist er aktiv. Ein latenter Triggerpunkt hingegen wird erst durch sehr starkes Drücken aktiviert. Satelliten Triggerpunkte machen sich nur wenig lokal am Druckpunkt bemerkbar, viel mehr spürt man ihn in einer anderen Region. Generell sind die ausstrahlenden Schmerzen oft von dorsal nach ventral (von hinten nach vorne) übergreifend und umgekehrt, selten jedoch sind sie Körperhälften übergreifend.

Doch was genau ist überhaupt ein Triggerpunkt?

Dieser auslösende Punkt ist nur etwa ein ym groß und befindet sich im Sarkomer (genauer gesagt in der myofaszialen Schicht davon) eines Muskels, meist in der kontraktilen Einheit, dem Muskelbauch, nahe der motorischen Nerven. Er ist ödematös, verklebt, verquollen, verhärtet, exsudatbildend, etc. Auf Grund der sich verändernden Spannung ist das umliegende Gewebe betroffen. Der Triggerpunkt selbst ist wegen seiner geringen Größe nicht tastbar, doch meist (>80% aller Fälle) liegt er auf einem „taut band“, oder auf deutsch „Hartspannstrang“, einem verhärteten Strang im Muskel. Wie diese gemeinen Punkte aktiviert werden, wurde ja schon beschrieben. Eine wissenschaftliche Begründung für die Wirksamkeit der Triggerpoint Methode besteht noch nicht, allerdings zeigen Statistiken klar positive Ergebnisse.

Erkennt man den Triggerpunkt, so kann er effektiv behandelt werden. Die spezifische Behandlung sollte nur von geschulten Personen, die sich einen ganzheitlichen Blick über den menschlichen Köper angeeignet haben, ausgeführt werden, da diese eine enorme Einwirkung auf den Körper bedeutet.

Wie der Name Hartspannstrang vermuten lässt, ist dieser verhärtete Strang in der Muskulatur sowohl für den Triggerpunkt Therapeuten als auch für den Behandelten spürbar, am besten indem senkrecht zum Muskelfaserverlauf Druck auf den gesamten Hartspannstrang ausgeübt wird, um den Triggerpunkt zu finden.

Durch Provokation in Form von Druck sowie anschließenden Melk- und Streichbewegungen in der tiefen myofaszialen Gewebsschicht deaktiviert man den mTrP. Wie gesagt gibt es keine wissenschaftliche Begründung für dieses Phänomen, jedoch erscheinen mir einige Denkansätze sinnvoll. Durch die Veränderung in der tiefsten Gewebeschicht (egal ob Verklebung, Exsudatbildung, etc.) wird natürlich auch die Spannung in der Muskelfaser und dadurch wiederum der gesamte Muskeltonus erhöht. Diese Spannungserhöhung sorgt für Disbalancen in der gesamten Region und gegebenfalls auch im gesamten Körper. Durch unsere sensomotorischen Nerven werden diese Disbalancen bemerkt und im Gehirn als Schmerzsignal wahrgenommen. Durch den ausgeübten Druck, das „Melken“ und das anschließende Ausstreichen mit dem Finger oder mit runden Gegenständen bewirkt der Therapeut eine ischämische Kompression (das „Blutleerdrücken“, wie bei der Entleerung einer prall gefüllten Luftmattratze durch ein kleines Loch) des Triggerpunkts und dessen Areals. Hierbei sollte der Muskeltonus durch eine geringere Druckbelastung (weniger Blut und Exsudat) an diesem Punkt gesenkt werden. Ein anderer Denkansatz beschreibt eine Schmerzlinderung durch das Abstumpfen der neuralen Reizleitung während der Provokationszeit (eine Art „Abhärtung“). Ob die Ausstrahlung der Schmerzen sowie auch die Satelliten-mTrPs auf die Zusammenhänge der Nervenbahnen, Muskelschlingen, Faszien oder einer anderen Ebene zurückzuführen sind, ist ebenso wenig erwiesen. Durch ein ganzheitlich anatomisches und physiologisches Wissen über unseren menschlichen Körper kann ich mir vorstellen, dass diese Thesen durchaus sinnvoll sind, doch wie gesagt scheitert im Moment noch die Wissenschaft daran, eindeutige Begründungen zu liefern.

Quellen: Die Triggerpointmethode.de

Bitte beachten Sie jedoch selbst die Kontraindikationen (Eigenschaften, die streng von einer Triggerpunkt Therapie abraten).

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